in arbeit
rhizomorphes. persönlich.
das kleine büchlein »rhizom«, vor ein paar jahren gelesen, hat mich aufgeweckt, begeistert. ein wetterleuchten hat das neuronengeflecht im kopf mit den formulierungen der beiden autoren durcheinander gewirbelt. rhizom! viele jahre bestimmendes thema ohne den begriff bewußt zu benutzen. netztstrukturen, neuronale verbindungen, verknüpfungen … durch den text hat sich der blick geweitet und das leben in ein dichtes erinnerungsgespinst mit vielen – virtuellen – internodien verwandelt … websites, über jahre entstandene arbeiten, erinnerungen: rhizomorphe strukturen. wechselwirkend. motiv, basis und hauptthema künstlerischer werkzyklen. im grunde gewöhnliche alte geschichten in umfassendere erweiternde bedeutung gehoben.
gilles deleuze und félix guattari haben den begriff bereits in den 70er jahren umgeprägt/erweitert, mit der transformation ins philosophische diskurse ausgelöst und denker, kommunikationswissenschaftler, künstler … angeregt. mittlerweile sind die digitalen netzwerke längst zu rhizomorphen systemen geworden deren internodien sich als smartphones in unseren hosentaschen befinden um mit ihren hyphen in unsere köpfe und unsere leben zu wuchern … also nichts neues, schnee von gestern?
für den weltaneignungsprozess, das bewußt werden, ist es hilfreich die position zu verändern um den weg, seine entwicklung in wechselnden perspektiven zu betrachten und zu ordnen.
auch wenn leben an den lauf der zeit gebunden ist und die angefertigten aufzeichnungen chronologisch gespeichert werden … sind alle verknüpfungen und erinnerungen im jetzt und retrospektiv miteinander verbunden.
es geht um einen SCHLÜSSEL, um eine form, erinnerungen und ihre materialisierungen in verbindung zu bringen und darzustellen, zu sortieren. um ein schlüssiges system verknüpfungsarbeit zu visualisieren und als persönliche künstlerische „kartographie“ sichtbar zu machen. leben, erinnerungen, arbeiten, persönliche verbindungen zu familie, freunden und bekannten … die liebe zur kartographie, jahrzehntelange erwebsarbeit im graphischen gewerbe. ein persönliches raum-zeit-rhizom.
postscriptum:
alle zu erwerbenden arbeiten, meine werke, auch das kleinste teil, sind verbindungsstücke nicht alltäglicher wirklichkeiten … wenn ihr wollt.
ihr könnt die arbeiten mit selbst gedachten verbindungen, mit persönlichem aufladen!
jederzeit abrufbar. ohne provider. ohne strom.
erinnerungsanker aus guten gedanken.
herTzlich schwingungsfrequenzmoduliert
wolfgang grossl
das downloadable pdf enthält auszüge aus
„rhizom“ von gilles deleuze & felix guattari
merve verlag berlin, 1977